Buchrezension von Oliver Rumpf

Anja Förster & Peter Kreuz: ‚Nur Tote bleiben liegen‘

Das Buch ‚Nur Tote bleiben liegen‘ ist das dritte Buch, daß ich von Anja Förster und Peter Kreuz gelesen bzw. gehört habe. Daher war die Vorfreude und auch die Erwartung groß, denn „Alles außer gewöhnlich“ und „Spuren statt Staub“ waren spannend, außergewöhnlich und sehr inspirierend.

Auch in ihrem neuen Buch berichten Anja Förster und Peter Kreuz wieder von Unternehmern, die neue Wege gegangen sind. Diese Unternehmer haben Dinge getan und Entscheidungen getroffen, die als neu, mutig, riskant und revolutionär beschrieben werden können. Schritte die getan werden müssen um auch morgen noch als Unternehmen erfolgreich am Markt zu sein.

Das Buch ist eine permanente Ermahnung an alle Leser. Wer heute erfolgreich ist, muss viel tun, damit er es auch bleibt. So weitermachen wie bisher reicht nicht aus. Die Konzepte und Hierarchien der Vergangenheit werden auf den Kopf gestellt. Es gilt, die Herausforderungen die vor uns liegen und in denen wir uns bereits mitten drin befinden anzunehmen und für uns zu nutzen. Das es nicht nur um schneller – höher – weiter geht, sondern echtes Umdenken notwendig ist, machen die beiden Autoren eindrücklich klar:

„Traditionelle Managementpraktiken zu verbessern oder einfach nur besser umzusetzen reicht nicht mehr aus! Wenn die Flut kommt und Ihnen das Wasser bis zu Hals steht, genügt es nicht, schneller zu laufen.
Das ist das falsche Konzept. Sie müssen schwimmen
!“

Etwas bewegen kann nur, wer Leidenschaft, Kreativität und Initiative für seine Idee und die des Unternehmens mitbringt. Da man diese den Mitarbeitern jedoch nicht verordnen kann oder per Incentive dazu pushen kann, wird der Faktor: „Wie finde ich gute und qualifizierte Mitarbeiter und WIE halte ich diese?“ immer wichtiger für Unternehmen die sich in Zukunft behaupten wollen.

Nicht die junge Generation muss sich den Gepflogenheiten des Unternehmens anpassen – sondern das Unternehmen muss sein Geschäftsmodell den Erwartungen der jungen Generation anpassen! „Wir müssen uns so verändern, dass wir wir die Dinge tun können, denen die Leidenschaft unserer Leute gilt.“ (Tim Brown, CEO bei Ideo)

Anja Förster

Anja Förster

Förster und Kreuz stellen in ihrem Buch keine Thesen auf oder präsentieren Ideen vom grünen Tisch. Sie zeigen anhand von vielen Beispielen aus allen erdenklichen Branchen, Ländern und Unternehmensgrößen auf, was mutige Vorreiter bereits erkannt und erfolgreich umgesetzt haben. Veränderung, Veränderung und nochmals Veränderung sind notwendig. Und zwar nicht nur einmal, sondern andauernd, jeden Tag aufs neue. Und dies gilt für den Kleinbetrieb ebenso wie für die großen Konzerne. Vermutlich werden die kleinen und flexiblen Unternehmen es sogar leichter haben, diese Veränderungen in ihren Unternehmen durchzuführen und die alten Paradigmen in den Köpfen der Vorstände, Manager und Abteilungsleiter aufzulösen. Denn viele notwenige Änderungen haben auch mit der Abgabe von Macht und Weisungen zu tun. Es geht um einen neue Art zu denken.

„Die Veränderung zum Besseren beginnt damit, dass Sie verstehen, wie sich die Spielregeln unserer Wirtschaft grundsätzlich ändern. Und dann diese Veränderung für sich nutzen.
Indem Sie Ihr volles Potenzial entfalten. Tag für Tag.
Alles beginnt damit, dass Sie sich entscheiden.

Das Internet macht es vor: In OpenSource-Gemeinschaften und anderen Projekten hat derjenige etwas zu sagen, der von den anderen Teilnehmern Kraft seiner Idee und seinen Taten dazu auserkoren wird. Dem folgen die anderen. Freiwillig! Die Anzahl der Jahre an Betriebszugehörigkeit oder irgendwelche Titel als Kriterium wer etwas zu sagen hat, haben ausgesorgt.

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Das Buch richtet sich ebenso an Mitarbeiter.  „Agiere selbstbestimmt! Verzichte auf Sicherheiten“ lautet eine von vielen provokant klingenden Forderungen oder besser Ratschläge von Anja Förster und Peter Kreuz.  Früher, in der Industriegesellschaft, reichten noch Gehorsam, Sorgfalt und Fleiß um als guter Mitarbeiter zu bestehen. Heute jedoch sind Eigeninitiative, Kreativität und Leidenschaft gefragt. Denn wer austauschbar ist, muss auch ständig damit rechnen. Sowohl als Unternehmen wie als Mitarbeiter. Dieses Konzept ist nicht für jeden das richtige. Es erfordert Selbstdisziplin, Selbstorganisation, Selbstverantwortung, Selbsteinschätzung, Selbstkontrolle, Selbstsicherheit und Selbstvertrauen. Werte müssen erschaffen werden und der erfolgsentscheidende Unterschied ist EINMALIGKEIT.

Wer immer noch glaubt, sein Schulabschluss, sein Diplom, sein Arbeitsvertrag, die Größe oder Altehrwürdigkeit seiner Firma, der Betriebsrat, die Arbeitsschutzgesetze, der Aufschwung oder sonst irgendetwas oder irgendwer würden ihm die Sicherheit geben, dass er auch morgen noch durch dasselbe Werkstor geht oder mit denselben Kollegen freitagnachmittags ein schönes Wochenende wünscht, der hat leider nicht mitbekommen, wie weit sich die Welt schon längst weitergedreht hat.

die einzige Instanz, auf die er im Berufsleben noch vertrauen kann, er selbst ist, nur er selbst und sonst keiner, ….

Mitarbeiter werden künftig immer mehr dafür bezahlt, Ziele zu erreichen, nicht dafür eine bestimmte Anzahl von Stunden im Unternehmen verbracht zu haben. Wo, wann, wie viel, mit wem und wie sie diese Ziele erreichen entscheiden die Mitarbeiter selbst.

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Peter Kreuz

Peter Kreuz

Managern und Unternehmen geben sie in Punkto Mitarbeiterführung folgenden Rat: „Wir müssen lernen, in unseren Organisationen ein Umfeld zu schaffen, in dem sich Disziplin und Freiheit nicht ausschließen“ und „Führung bedeutet, Menschen zu ermöglichen, ihr volles Potenzial zu entfalten. Punkt. Und Menschen, die ihr Bestes geben sollen, brauchen Führung. Nach wie vor.“

Ein weiterer Bereich in dem sich jedes Unternehmen mit gravierenden Änderungen beschäftigen muss ist die Beziehung zu den Kunden. Diese sind längst nicht mehr reine Konsumenten die jeder Verkäufer oder Werbeaussage glauben (müssen). Sie fordern Transparenz und bekommen ihrer Informationen nicht mehr aus Hochglanz-Broschüren, sondern tauschen sich im Internet mit anderen Kunden aus und recherchieren, bevor sie kaufen. Die Kunden wollen die Produkt-Entwicklungen mitbestimmen und sich als gleichberechtigte Partner sehen. TRANSPARENZ lautet die zentrale Forderung an die Unternehmen. „Transparenz ohne Relevanz macht keinen Sinn. Aber Transparenz strategisch klug eingesetzt, ist ein entscheidender Erfolgsfaktor.“

Was allein zählt, ist die Veränderung. Nur Tote bleiben liegen.
Leben hingegen bedeutet Wandel, Dynamik, Wachstum, Überraschung, Enttäuschung, Hoffnung – und in alledem dann auch: Erfüllung.

Mein Fazit:

Ich rate jedem das Buch „Nur Tote bleiben liegen“ von Anja Förster und Peter Kreuz zu lesen und zu prüfen. Dieses Buch bietet einen riesigen Fundus an Ideen und Gedanken-Ansätzen, für den, der Veränderung als Chance begreift. Natürlich birgt jede Veränderung und das ausprobieren neuer unbekannter Wege auch eine Gefahr, aber so weiter zu machen wie bisher ist das größte Risiko.

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Es braucht Leidenschaft, Kreativität und Initiative, um etwas zu bewegen.Es braucht Leidenschaft, Kreativität und Initiative, um etwas zu bewegen.